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Anhang

"Kein Zynismus kann das Leben übertreffen."

Anton Tschechow

Tragische Prahlerei

"Ein 18jähriger Student, der seinen Freunden beweisen wollte, daß er die Luft länger als sie anhalten könne, ertrank am Mittwochabend im Swimming-Pool des BLISS-Heims in Pag-asa, Quezon City.

Herald Pascua, wohnhaft in Sampaloc, Manila, in der Gastambide Street 524, ertrank in Gegenwart vieler Leute, unter ihnen der Bademeister. Bei einem Luftanhalte-Wettbewerb, auf den er sich mit sechs Freunden eingelassen hatte, warteten die Zuschauer fünf Minuten darauf, daß Pascua an die Oberfläche komme. Bademeister Ben Idris erklärte, die Freunde des Opfers seien längst wieder aufgetaucht gewesen. Die Leute am Rand des Swimming Pools waren schon über die außerordentliche Fähigkeit des Studenten, die Luft anzuhalten, erstaunt.

Idris erklärte, daß sie sich alle nach fünf Minuten Sorgen um Pascua gemacht hätten. Sie hatten aber weiter am Beckenrand gewartet, und sich darauf vorbereitet, das Kunststück des jungen Mannes mit Beifall zu belohnen. Nach einer weiteren Weile sei er, Idris, ins Wasser gesprungen und habe Pascua an die Oberfläche geholt. Er habe dem Studenten eine Mund-zu-Mund-Beatmung gegeben, konnte ihn aber nicht wieder zu Bewußtsein bringen.

Pascua wurde eiligst in das nahegelegene Veterans Memorial Medical Center gebracht, wo Ärzte ihn nach einer Stunde für tot erklärten."

Malaya, 20. Juli 1984

21 Sterben In Panik

"Bangkok, Thailand. - Mindestens 21 Menschen wurden zu Tode getrampelt und 44 weitere verletzt, als sich am Montag über 2000 Menschen bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung durch ein schmales Tor drängten. Mindestens 14 der Opfer waren Kinder. Als das Tor zu der Wohltätigkeitsveranstaltung geöffnet wurde, wurden sie umgestoßen, und die Menge rannte über sie hinweg.

Die Tragödie ereignete sich vor dem Hauptquartier der Pathumrangsi Association, wo Fünf-Kilo-Säcke Reis und 10-Baht-Scheine verteilt werden sollten.

14 der Toten waren zwischen 7 und 14 Jahre alt, erklärte Chaiwat Aranwat, ein Inspektor der Ban-Yee-Rua-Polizeistation in West-Bangkok. Ein anderer Polizei-Offizier erklärte, es würden wahrscheinlich noch einige Menschen sterben, da etliche mit ernsten Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert worden seien.

Die Pathumrangsi Association, eine Thai-chinesische buddhistische Vereinigung, veranstaltet jährlich ein Wohltätigkeitsfest, um damit göttliche Gnade zu verdienen. Der Präsident der Wohltätigkeitsorganisation, Vichit Chongsaipan, wurde verhaftet."

Philippine Daily Express, 1. August 1984

Flugzeug-Abschuss

Am 1. September 1983 hat ein sowjetisches Kampfflugzeug vor der Insel Sachalin in Ostasien einen südkoreanischen Jumbojet mit 269 Menschen an Bord abgeschossen. Keiner der Insassen hat den Zwischenfall überlebt.

"Wenn alles normal verlaufen wäre, hätte das Bordpersonal jetzt den aufwachenden Passagieren Frühstück serviert. Die in den besseren Klassen Reisenden hatten Grapefruit und Rindfleischpastete, und die Billigreisenden ein Croissant und ein spanisches Omelett bekommen. Doch im Morgenrot über der Südküste von Sachalin begann eine Kette von Ereignissen, die alles andere als normal waren. Japanische Radarbeobachter sahen auf dem Bildschirm das Blinken eines nicht identifizierten Flugzeuges, das sich schnell dem Blinksignal eines anderen Flugzeuges näherte, von dem sie inzwischen wußten, daß es auf dem Bildschirm den südkoreanischen Jumbo darstellte. Die beiden Blinksignale verschmolzen. Es war 5:25 Uhr.

Dann, um 5:26 Uhr, zeichneten die Tonbandmaschinen der japanischen Verteidigungsagentur in der Radarstation von Wakkanai an der Nordspitze der japanischen Insel Hokkaido das bloßstellende Gespräch zwischen einem sowjetischen Kampfflugzeugpiloten und seinem gefühlslosen Kommandanten in der Bodenstation auf. Wie in der japanischen Presse wiedergegeben, lauteten die Kernsätze:

Kommandant: "Zielen Sie auf das Objekt."

Pilot: "Gezielt."

Kommandant: "Feuer."

Pilot: "Gefeuert."

Später wurden weitere sowjetische Funksprüche aufgezeichnet:

Nicht identifizierter Frager: "Wohin flog es?"

Antwort: "Wir haben es abgeschossen."

Das Flugzeug war abgeschossen. Doch die Maschine ist offenbar langsam abgestürzt. Für die Reisenden muß es ein endloses schreckliches Erlebnis gewesen sein. Um 5:27 Uhr versuchte die Besatzung schließlich, das Unglück über Funk mitzuteilen. "Korean Airlines 007... begann eine Stimme. Aber nur ein unentwirrbares Geräusch folgte. Drei Minuten später war das Flugzeug gemäß Radarmessungen auf 5000 Meter Flughöhe gefallen. Das war die halbe Strecke. Um 5:38 Uhr, zwölf Minuten, nachdem er angeschossen worden war, verschwand der Jumbo von den Radarschirmen.

Der Abschuß des Jumbo war der schlimmste, aber nicht der erste Vorfall dieser Art.

1978 flog ein Korean-Airlines-Jet mit der Flugnummer 902 mit 110 Passagieren plus Besatzung an Bord von Paris in Richtung Seoul. Auf diesem Flug war offenbar das Navigationgerät gestört. Orientierungslos kam der Pilot 180 Grad vom Kurs ab und flog bei Murmansk in sowjetischen Luftraum. Für zwei Stunden flog der Jet über empfindliche Militäranlagen, U-Boot- und Bomberstützpunkte, bis schließlich Sukhoi-15-Jäger aufstiegen, um das Passagierflugzeug abzufangen.

Später behaupteten die Sowjets, daß die Piloten der Jäger die Fahrgestelle ihrer Maschinen herabgelassen und mit den Landeleuchten geblinkt hätten, um dem Jet zu signalisieren, daß er sich auf eine Landung vorbereiten solle. Dies sei von der Besatzung des Passagierflugzeuges ignoriert worden. Der Kopilot des koreanischen Flugzeuges versicherte aber später, es seien keine Signale gegeben worden.

Wie dem auch sei: die sowjetischen Kommandanten gaben, in vollem Wissen, daß es sich um ein Zivilflugzeug handelte, den Befehl zum Angriff. Einer der Jäger feuerte daraufhin zwei hitzegesteuerte Raketen ab. Eine der Raketen traf ein Triebwerk der Boeing 707 und riß ein Loch in den Tank. Dabei wurden zwei Menschen getötet und dreizehn verletzt. Beschädigt, aber noch unter Schub, stürzte die Maschine von 10.000 Meter auf etwa 800 Meter ab. Auf dieser Höhe gelang es dem Piloten, das Flugzeug wieder auszubalancieren. 45 Minuten später konnte er die Boeing auf einem zugefrorenen See notlanden.

Die sowjetischen Behörden haben den Angriff nie zugegeben. Statt dessen summierten sie die Kosten für die Bergung der Überlebenden, einschließlich Verpflegung und Unterkunft für drei Tage und Transport vom Ort der Notlandung nach Murmansk. Ungeniert präsentierten sie der südkoreanischen Regierung eine Rechnung von 100.000 $. Die Koreaner haben nicht bezahlt."

time, 12. September 1983

Massenmord Durch Feuer

"Wenigstens sechs Mal haben in den vergangenen zehn Tagen im Iran regierungsfeindliche Mitglieder der konservativen schiitischen Moslems Kinos angegriffen, um damit gegen Schah Reza Pahlevis Politik religiöser und gesellschaftlicher Freiheiten zu protestieren. Am Wochenende haben die Fanatiker erneut zugeschlagen. Es war einer der zerstörerischsten Terrorüberfälle der jüngsten Geschichte. Etwa 400 hauptsächlich junge Iraner saßen dicht gedrängt im Rex-Kino in Abadan, einem Raffinerie-Zentrum, etwa 750 Kilometer südlich von Teheran. Es wurde ein einheimischer Film mit dem Titel Der Hirsch gezeigt. Terroristen gossen Flugbenzin um das Gebäude und setzten es ohne Warnung in Flammen. Mindestens 377 Leute verbrannten bei lebendigem Leibe. Nur eine Handvoll konnte aufs Dach des Hauses fliehen und in Sicherheit springen. Ironischerweise hatte der Manager des Kinos selbst zuvor die Türen abgeschlossen, um die Besucher vor einem Terrorangriff zu schützen..."

time, 28. August 1978

Amin: Der Wilde Mann Von Afrika

"...Nur ein Schatten verdüstert dieses idyllische Land: der von Ugandas Präsidenten auf Lebenszeit, Feldmarschall Idi Amin Dada (Big Daddy), 49, einem Mann von wechselhaftem Charakter, der seit sechs Jahren die Welt mit seinen unvorhersehbaren und oft tödlichen Streichen in Atem hält. Er ist Mörder und Clown, großmütiger Kasper und ein herumstolzierender Zuchtmeister. Der zehnmalige Box-Meister der ugandischen Armee kann verspielt sein wie ein Kätzchen und tödlich wie ein Löwe. Er ist 1,93 Meter groß und 136 Kilo schwer, und in diesem statthaften Körper haust das ungebärdige Ich eines kleinen Kindes, mit einem Fimmel für Beachtung und Hochachtung...

Ein Flüchtling, der in der vergangenen Woche in Kenia angekommen ist, hat berichtet, daß in einem Gefängnis in der Zeit, in der er dort eingesperrt war, 'hunderte von Soldaten und Zivilisten' ermordet wurden. Er sah, wie Wagenladungen von Soldaten, die offenbar zu den von Amin unterdrückten Völkern der Acholi und Langi gehörten, ins Gefängnis eingeliefert und in die Zellen gepfercht wurden. Der Flüchtling erklärte, er habe keine Schüsse gehört, und er vermutete deshalb, daß mittels eines Vorschlaghammers oder durch Erwürgen in den Zellen immer wieder neuer Platz geschaffen wurde.

'Man hörte kurze Schreie, und dann war es plötzlich ruhig,' berichtete der Flüchtling. 'Ich glaube, die Leute wurden erwürgt und dann schlug man ihnen die Schädel ein. Am nächsten Tag lagen in den Zellen C und D - das waren die Exekutionsräume - massenweise Augen und Zähne herum... Ich wurde gezwungen, übel zugerichtete Körper toter Häftlinge auf einen Laster zu laden.'

...In einem besonderen Racheakt haben Amins Soldaten in Akoroko, dem Heimatort von Milton Obote, jeden Zivilisten, den sie finden konnten, getötet... Kann Amin ernsthaft hoffen, Ugandas 7 Millionen Christen auf unbestimmte Zeit mit 800.000 Moslems zu beherrschen? Im Moment scheint seine Politik die eines selektiven Völkermordes zu sein...

Es wird angenommen, daß etwa die Hälfte der Devisen für Rüstungsgüter und für zollfreie Luxus-Importe aus Europa ausgegeben wird, um so das Militär zu beschwichtigen. Uganda Airlines (bestehend hauptsächlich aus einer Boeing 707 und einer Hercules C-130) landet regelmäßig auf Londons Gatwick Airport, um Whisky, Radios, Kassettenrecorder, Autos und andere Güter für die Offiziere der 21.000-Mann-Armee zu laden...

Aber was die Ugander mehr als wirtschaftliches Chaos beunruhigt, das ist das eventuelle Klopfen an der Tür nach Mitternacht oder der Griff an die Schulter am hellichten Tag. Dann hat man es mit einer von drei Organisationen zu tun...

Am besten ist einem das Schicksal wohl noch gesonnen, wenn man von der Public Safety Unit (P.S.U.) verhaftet wird. Diese Organisation ist mit der Verfolgung gewöhnlicher Krimineller beauftragt. Diese Schlägertruppe verschleppt ihre Opfer normalerweise ins Makindye-Gefängnis, prügelt sie grün und blau, bevozugt in der Genitalgegend, und erpreßt Geld oder andere Besitztümer, bevor die Verhafteten wieder freigelassen werden. Die Befugnisse dieser paramilitärischen Polizei sind theoretisch zwar begrenzt, doch Amin widmet ihrem Benehmen wenig Aufmerksamkeit, so daß es praktisch bei der Freiheit zu prügeln, zu erpressen oder gar zu ermorden bleibt.

Eine zweite Quelle von Mißhandlungen sind Armee-Einheiten, normalerweise ein Haufen von Freibeutern, die nach Belieben herumziehen, in Häuser einbrechen, plündern, wie es ihnen paßt, und, je nachdem wie besoffen oder schlecht gelaunt die Soldaten sind, es entweder dabei bewenden lassen, oder aber die Bewohner mit Gewehrkolben oder Bajonetts bearbeiten. Wiederum gibt es zwar in der Theorie für dieses willkürliche Terrorisieren gesetzliche Einschränkungen; in der Praxis aber brauchen sich die Soldaten keinen Zwang anzutun.

Das schlimmste Schicksal erwartet einen wohl, wenn man von Amins persönlichem Schlägerkommando aufgegriffen wird, das komischerweise State Research Bureau (S.R.B.) heißt, einer sadistischen Mannschaft von Killern in Sporthemden, die ihre Sonnenbrillen am liebsten auch nachts tragen und im übrigen einen Freischein für Mord haben. Diese Gesellen halten zum Beispiel am hellichten Tag mitten in Kampala ein Auto an, zerren den entsetzten Fahrer heraus, schließen ihn im Kofferraum ein und fahren mit dem Auto davon, und dies alles vor einem großen Publikum, das besseres zu tun hat, als zu protestieren oder gar einzugreifen.

Keine einzige von den Personen, die auf diese Weise verfrachtet worden ist, wurde je wieder lebend gesehen. Einen Tag oder zwei Tage später kommt der Körper, inzwischen schon schlimm aufgedunsen und von Fischen und Krokodilen angefressen, im Nil oder im Victoria-See zum Vorschein. Ein paar von den Körpern werden dann von Hyänen an Land gezerrt und weiter zerfleischt.

Der vorherrschende Sinn für Horror ist vielleicht am besten mit einer Geschichte über eine Gefriertruhe in Amins Haus dokumentiert, in der er angeblich die Köpfe seiner wichtigsten Opfer aufbewahrt, unter ihnen den des ehemaligen obersten Richter des Landes; immer wieder mal, so geht das Gerücht, hält Amid vor der Gefriertruhe seinen tiefgekühlten Zuhörern eine Rede über die Fehler, die von ihnen begangen wurden....